Anlässlich des 10. Jahrestages der Verhinderung des Putschversuchs und des Sieges der Demokratie in der Türkei am 15. Juli 2016 veranstaltet das Türkische Generalkonsulat Nürnberg ein bedeutungsvolles Gedenkprogramm. Im Rahmen des Programms werden der Märtyrer, der sein Leben für die Demokratie opferte, in Gnaden gedacht und den Veteranen Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Die Gedenkveranstaltung findet am 15. Juli um 15:00 Uhr in der Paul-Metz-Halle (90513 Zirndorf) statt. Im Rahmen des Programms wird auch die Dokumentation „Korkma Oğlum“, die das Leben von Serhat Önder, einem Nürnberger, der in der Nacht des 15. Juli in Ankara als Märtyrer fiel, thematisiert, den Zuschauern präsentiert.

Das Leben des Nürnberger Märtyrers Serhat Önder kommt auf die Leinwand

Serhat Önder, der in der Nacht des 15. Juli 2016 in Ankara an der Demokratiewache gegen den Putschversuch teilnahm und vor dem Generalstab von den Putschisten erschossen wurde, ist der türkischen Gemeinschaft in Deutschland als eine bekannte Persönlichkeit in Erinnerung geblieben.

Önder, einer der Gründungsmitglieder der Internationalen Demokraten Union (UID) Nürnberg, wollte an jenem Abend mit seiner Frau und seinen Kindern vor den Generalstab gehen, um die Demokratie zu verteidigen. Mit den Worten „Wir werden uns bemühen, damit der Putsch nicht stattfindet, wir werden uns zeigen“ drückte er seine Entschlossenheit aus. Die Worte von Serhat Önder an seinen Sohn, der sich während der Tiefflüge der Kampfflugzeuge fürchtete: „Hab keine Angst, mein Sohn“, haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Kurz darauf fiel er bei einem Schusswechsel als Märtyrer.

Ein beispielhaftes Leben, das von Deutschland in die Türkei reicht

Serhat Önder, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, engagierte sich viele Jahre lang in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Nürnberg. Später zog Önder in die Türkei und verlor sein Leben am Abend des 15. Juli, als er die Demokratie verteidigte. Der Märtyrer Serhat Önder wurde in seinem Heimatdorf Bakırlı im Bezirk Şabanözü in der Provinz Çankırı beigesetzt.

Es wurde mitgeteilt, dass das vom Türkischen Generalkonsulat Nürnberg organisierte Gedenkprogramm darauf abzielt, die türkische Gemeinschaft in Deutschland zusammenzubringen, um sowohl der Märtyrer des 15. Juli zu gedenken als auch das Bewusstsein für Demokratie an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Taner TÜZÜN / NÜRNBERG