Die griechische Version des Dokumentarfilms „Die für den Frieden Vertriebenen“ von Journalist, Autor und Regisseur Osman Okkan, der den „Bevölkerungsaustausch“ zwischen der Türkei und Griechenland thematisiert, wird auf den Ägäischen Inseln gezeigt. Die erste Vorführung, organisiert vom Verband Griechischer Historiker (FIMPOD), fand gestern auf der Insel Leros statt, wo sich dieser Tage auch Hasan Cemal, Murat Belge, Cengiz Aktar, Nilüfer Göle, Asaf Savaş Akat, Hale Soygazi, Faruk Günaltay aus der Türkei und Can Dündar aus Deutschland trafen.
Die weiteren Vorführungen, die FIMPOD in Zusammenarbeit mit dem Kölner „Türkisch-Europäischen Kulturforum“ und der „Griechisch-Türkischen Friedensinitiative“ organisiert, werden auf den Inseln Nea Fokea, Attika, Plomari, Antissa, Nea Philadephia, Kalamata, Chios und Kos stattfinden.
Die griechische Version des Dokumentarfilms, den Osman Okkan 2003 zusammen mit seiner 2006 verstorbenen Frau Simone Sitte drehte, wurde erstmals im vergangenen August im Rahmen des „Friedens- und Freundschaftsfestivals“ auf der Insel Lesbos gezeigt. Der Dokumentarfilm wurde im März 2026 auch in Athen, Piräus und Thessaloniki in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und Institutionen gezeigt.
Der Dokumentarfilm, der Anfang der 2000er Jahre größtenteils auf den Inseln Lesbos und Kreta gedreht wurde, untersucht die gegenseitige Zwangsmigration von etwa zwei Millionen Menschen aus der Türkei und Griechenland im Jahr 1923, diese Vertreibungspolitik und ihre Auswirkungen, die das Leben der Vertriebenen bis heute prägen.
Der Dokumentarfilm, den er für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) realisierte/vorbereitete, enthält Interviews mit Überlebenden der damaligen tragischen Ereignisse. Neben Zeitzeugen aus beiden Ländern sind im Dokumentarfilm auch die Erfahrungen und Ansichten von Mikis Theodorakis, Yaşar Kemal, Zülfü Livaneli und Maria Farantouri zu diesem Prozess enthalten.
Der Produzent des Dokumentarfilms „Die für den Frieden Vertriebenen – Als Griechen und Türken getrennt wurden“, der beim Nürnberger „Türkisch-Deutschen Filmfestival“ den „Mahmut Tali Öngören Demokratie- und Menschenrechtspreis“ erhielt, Osman Okkan, wird persönlich an einigen der Vorführungen auf den Inseln teilnehmen.
Die Zwangsmigrationen, die Gegenstand des Dokumentarfilms „Die für den Frieden Vertriebenen“ sind, fanden im Juli 1923 statt. Im Rahmen dieser Migrationen, die im Vertrag von Lausanne festgelegt und zwischen Griechenland und der Türkei unter dem Namen „Bevölkerungsaustausch“ durchgeführt wurden, wurden etwa anderthalb Millionen Griechen aus der Türkei nach Griechenland und 500.000 dort lebende Türken in die Türkei umgesiedelt.
Gürsel Köksal/Türkei












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