Wer einen Familienurlaub plant, trifft die Hotelauswahl meist anhand von Fotos, Beschreibungen und Serviceversprechen. Eine neue Studie von TripNest hat jedoch gezeigt, dass Marketingbotschaften und Gästeerfahrungen nicht immer übereinstimmen. Im Rahmen der Studie wurden 43.061 Werbeversprechen von 7.672 Familienhotels mit 963.217 Gästebewertungen auf Booking.com und HolidayCheck verglichen.

Unterschied zwischen Versprechen für Zusatzleistungen und der Realität

Den Studienergebnissen zufolge wurden 59,2 Prozent der Werbeversprechen durch Gästebewertungen bestätigt. 32,8 Prozent wurden teilweise bestätigt, während 8 Prozent von den Gästeerfahrungen eindeutig widerlegt wurden. Dies zeigt, dass insgesamt 41 Prozent der Werbeversprechen die Erwartungen nicht erfüllen.

Der größte Unterschied zeigte sich bei den Dienstleistungen, für die Familien bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen. 65,7 Prozent der Spa- und Wellness-Versprechen sowie 62,9 Prozent der Speisen- und Buffet-Dienstleistungen erfüllten die Erwartungen nicht vollständig. Bei den Kinderclub- und Animationsdiensten wurden 61,3 Prozent der Versprechen nicht bestätigt. Diese Kategorie wies mit 26,4 Prozent den höchsten Anteil an vollständig falschen Werbeversprechen auf.

Konkretere Informationen erwiesen sich als zuverlässiger. Während nur 17,2 Prozent der Aussagen zur Servicequalität und zum Personal nicht bestätigt wurden, gehörte die Angabe "direkt am Strand" mit einer Quote von 20,8 Prozent zu den zuverlässigsten Versprechen.

Zuverlässigkeit der Versprechen variiert je nach Destination

Die Studie zeigte auch, dass die Zuverlässigkeit der Hotelbeschreibungen je nach Destination variiert. Kreta belegte mit 8,11 Punkten den ersten Platz im "Versprechen-Zuverlässigkeits"-Score. Die dalmatinische Region Kroatiens folgte Kreta mit 8,08 Punkten.

Mallorca mit 7,85 und Hurghada mit 7,68 Punkten fanden sich im Mittelfeld wieder. Die bulgarische Schwarzmeerküste mit 7,62 und die Türkische Riviera mit Zentrum Antalya mit 7,60 Punkten lagen am Ende der Liste.

Familien buchen im Vertrauen auf Hotelbeschreibungen

Florian Gansmeier, Gründer von TripNest, kommentierte die Studie: "Familien planen den wichtigsten Urlaub des Jahres und buchen oft sechs Monate im Voraus, basierend auf Marketingtexten. Wir wollten wissen, wie zuverlässig diese Versprechen sind. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Hotels ehrlicher sind als die allgemeine Meinung über sie. Die schlechte Nachricht ist, dass der Unterschied zwischen Werbung und Realität bei Kinderbetreuungs- und Wellness-Dienstleistungen, für die Familien einen Aufpreis zahlen, am größten ist."

Künstliche Intelligenz verglich Werbeversprechen mit Gästebewertungen

Für die Studie analysierte TripNest öffentlich zugängliche Bewertungen auf Booking.com und HolidayCheck mit einem KI-Modell. Das Modell verglich die offiziellen Werbetexte der Hotels mit den Gästeerfahrungen in Kategorien wie Kinderclub, Pool, Speisen und Getränke, Zimmer und Lärm. Jedes Werbeversprechen wurde als bestätigt, teilweise bestätigt oder widerlegt klassifiziert.

Die Studie umfasste 7.672 Familienhotels, die in 23 Destinationen tätig sind, 43.061 Werbeversprechen und 963.217 Gästebewertungen. Die Datenbank basiert auf dem Stand vom 23. Juli 2026. Bild: © KI-generierte Illustration