Der Palliativmediziner Johannes M. wurde wegen der Tötung von 15 schwerkranken Personen mit tödlichen Medikamentencocktails zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft führt neue Ermittlungen zu 76 weiteren verdächtigen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Arzt durch.

Der 41-jährige Arzt Johannes M., der in einem Palliativzentrum in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands, tätig war, wurde vom Berliner Landgericht wegen der Tötung von 15 seiner Patienten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Gericht befand die begangenen Verbrechen als besonders schwerwiegend und entschied zudem, den Angeklagten lebenslang von seinem Beruf auszuschließen. Der Arzt, der seit August 2024 in Untersuchungshaft sitzt, gestand im Prozess 12 Morde.

Mord mit tödlichen Medikamentencocktails

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur wurde festgestellt, dass Johannes M. zwischen 2021 und 2024 bei Hausbesuchen schwerkranke Patienten im Alter von 25 bis 94 Jahren ins Visier nahm.

Gerichtsakten zufolge beendete der Arzt das Leben von insgesamt 15 Personen, davon 12 Frauen, indem er ihnen eine tödliche Mischung aus verschiedenen Medikamenten injizierte. Es wurde angegeben, dass alle Opfer mit ernsthaften Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatten.

Geständnis und Entschuldigung vor Gericht

Im Laufe des Gerichtsverfahrens räumte der Angeklagte einen Großteil der Vorwürfe ein. Johannes M. gestand im Prozess, 12 Personen getötet zu haben, und entschuldigte sich bei den Angehörigen der verstorbenen Patienten.

Das Gericht entschied jedoch, dass das Geständnis und die Entschuldigung nicht ausreichten, um die Strafe zu mildern, und verhängte die härteste Sanktion.

Neue Akten zu 76 verdächtigen Todesfällen könnten eröffnet werden

Die Berliner Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass umfassende Ermittlungen zu 76 verdächtigen Todesfällen durchgeführt werden, die im Zusammenhang mit Johannes M. stehen sollen.

Es wird erwartet, dass nach Abschluss der Ermittlungsakten im Laufe des Jahres neue Klagen gegen den Arzt erhoben werden könnten. Der Fall, der in der deutschen Öffentlichkeit große Resonanz fand, hat die Überwachungsmechanismen für Palliativversorgungsdienste und Patientensicherheit im Land erneut auf die Tagesordnung gesetzt.