Habil Kılıç, der von NSU-Terroristen ermordet wurde, wurde anlässlich seines 25. Todestages vor dem Geschäft, in dem er getötet wurde, gedacht.
Habil Kılıç, der am 29. August 2001 von der rassistischen Terrororganisation NSU in Deutschland getötet wurde, wurde anlässlich seines 25. Todestages vor seinem Arbeitsplatz in München, wo er ermordet wurde, gedacht. Bei der Zeremonie wurden Botschaften der Einheit und Solidarität gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt übermittelt.

KILIÇ WURDE AM ORT SEINER ERMORDUNG GEDACHT
Die vom Türkischen Rat München organisierte Gedenkfeier fand vor dem Arbeitsplatz von Habil Kılıç in der Bad-Schachener-Str. 14 statt, wo er vor 25 Jahren sein Leben verlor.
An der Zeremonie nahmen Murat Kemaloğlu, Konsul der Türkei in München, Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Mahmut Türker, FDP-Bezirksvorsitzender Ost, Sami Demirel, Vorsitzender des Türkenrats München, und Gonca Onal, Vertreterin des Türkenrats, teil.
Ebenfalls anwesend waren Prof. Dr. Mehmet Hacısalihoğlu und Prof. Dr. Kemal Orak vom Institut für Turkologie der LMU sowie Asgar Can im Namen des Bayerischen Integrationsrates.
Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus München und Umgebung, Vereinsvorstände und zahlreiche geladene Gäste nahmen ebenfalls an der Gedenkfeier teil und erinnerten an Habil Kılıç.
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„WIR WERDEN HABIL KILIÇ NICHT VERGESSEN“
Sami Demirel, Vorsitzender des Türkenrats München, erinnerte in seiner Rede bei der Zeremonie daran, dass Habil Kılıç vor 25 Jahren an seinem Arbeitsplatz ermordet wurde.
Demirel wies auf die NSU-Morde hin und betonte, dass der rassistische Terror in Deutschland nicht auf die NSU-Morde beschränkt sei.
Demirel erinnerte auch an die Anschläge in Solingen, Mölln, am Olympia-Einkaufszentrum in München und in Hanau und wies auf die schmerzhaften Spuren hin, die rassistische Gewalt in der Gesellschaft hinterlässt.
Demirel betonte, dass die Verstorbenen nicht vergessen werden dürfen, und übermittelte die Botschaft: „Wir werden Habil Kılıç nicht vergessen.“
„RASISMUS BEDROHT DIE GESAMTE GESELLSCHAFT“
Demirel rief alle Teile der Gesellschaft zum gemeinsamen Kampf gegen Rassismus, Rechtsextremismus, Fanatismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit auf und betonte die Bedeutung dieses gemeinsamen Kampfes.
Demirel erklärte, dass Rassismus nicht nur eine bestimmte, sondern die gesamte Gesellschaft bedrohe, und sagte, dass verschiedene Gruppen zusammenarbeiten müssten.
Demirel drückte seine Solidarität mit den Opfern von Gewalt aus, wo auch immer auf der Welt sie sich befinden mögen.
„DIE VERANTWORTLICHEN DER NSU MÜSSEN ZUR RECHENSCHAFT GEZOGEN WERDEN“
Sami Demirel sagte, dass alle Verantwortlichen und Unterstützer der NSU und ähnlicher Strukturen zur Rechenschaft gezogen werden müssten.
Demirel forderte die entschlossene Fortsetzung des gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Kampfes im Zusammenhang mit dem NSU-Komplex und wies auf die Bedeutung der vollständigen Aufklärung des rassistischen Terrors in all seinen Dimensionen hin.
„WIR SEHEN DEUTSCHLAND ALS UNSER ZUHAUSE“
Demirel erklärte, dass Menschen türkischer Herkunft, die in Deutschland leben, ein untrennbarer Teil der Gesellschaft seien, und sagte, dass das friedliche Zusammenleben gestärkt werden müsse.
Demirel erklärte, dass gegenseitiges Verständnis und Respekt vor den Erwartungen verschiedener Gruppen die soziale Zugehörigkeit stärken würden, und betonte, dass Probleme nicht ignoriert werden dürften.
Er übermittelte die Botschaft: „Für ein erfolgreiches Zusammenleben sind kontinuierliche und gemeinsame Anstrengungen erforderlich.“
DER 10 NSU-OPFER WURDE GEDACHT
Bei der Gedenkfeier wurde auch der 10 Menschen gedacht, die bei den rassistischen Morden der NSU in ganz Deutschland ums Leben kamen.
Neben den Opfern, darunter acht türkische Staatsbürger, wurde auch allen Menschen gedacht, die aufgrund von Rassismus ihr Leben verloren haben.
Bei der Zeremonie standen Botschaften der Einheit, Zusammengehörigkeit und Solidarität im Vordergrund.
„WIR WERDEN NICHT VERGESSEN, WIR WERDEN KÄMPFEN“
Der Türkische Rat München möchte Habil Kılıç und die anderen Opfer des rassistischen Terrors mit seinem jährlich stattfindenden Gedenkprogramm am Leben erhalten.
Bei der Zeremonie wurde betont, dass das gesellschaftliche Bewusstsein geschärft werden müsse, um das Leid der Vergangenheit nicht zu vergessen und neue rassistische Angriffe zu verhindern.
Sami Demirel dankte den Personen und Organisationen, die das Gedenkprogramm unterstützt haben.
Die Gedenkfeier zum 25. Todestag von Habil Kılıç endete mit den Botschaften „Wir werden nicht vergessen“ und „Wir werden gemeinsam gegen Rassismus kämpfen“.
Tevfik ŞENDÖL/MÜNCHEN






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