Wenn die große Sommerhitze nachlässt und an den Stränden wieder mehr Platz entsteht, beginnt in der Türkei eine der angenehmsten Reisezeiten des Jahres. September und Oktober bieten an vielen Orten noch sommerliche Temperaturen, während sich im Landesinneren Wälder und Weinberge verfärben. Selbst im November sind an der Mittelmeerküste häufig noch milde Tage möglich.
Wer die Türkei jenseits der klassischen Hochsaison kennenlernen möchte, findet im Herbst besonders gute Bedingungen für Städtereisen, Kultur, Wandern und Genuss.
Istanbul zwischen Bosporus und Herbstlicht
Im Sommer kann Istanbul heiß und voll sein, im Herbst wird die Millionenstadt deutlich angenehmer. Spaziergänge durch Sultanahmet, Beyoğlu oder entlang des Bosporus lassen sich nun gut mit Museumsbesuchen und langen Abenden in Restaurants verbinden.
Besonders reizvoll sind Ausflüge auf die Prinzeninseln oder an die bewaldeten Ufer des Bosporus. Im Oktober und November bekommt die Metropole eine herbstliche Seite, die viele Sommerbesucher kaum kennenlernen.
Kappadokien in klarer Herbstluft
Die bizarren Tuffsteinlandschaften Kappadokiens gehören zu den spektakulärsten Reisezielen der Türkei. Im Herbst fallen die Temperaturen auf ein Niveau, das Wanderungen durch das Rote Tal, das Rosental oder das Ihlara-Tal erheblich angenehmer macht als im Hochsommer.
Klare Luft und tief stehende Sonne sorgen zudem für ausgezeichnete Lichtverhältnisse. Wenn am frühen Morgen die Heißluftballons über den Tälern aufsteigen, zeigt sich Kappadokien von seiner fotogensten Seite.
Lykische Küste für Wanderer und Badegäste
Zwischen Fethiye und Antalya dauert der Sommer besonders lange. Im September ist das Mittelmeer noch ausgesprochen warm, und häufig reicht die Badesaison weit in den Oktober hinein.
Gleichzeitig beginnt die ideale Zeit für Wanderungen auf dem Lykischen Weg. Antike Ruinen, Pinienwälder, kleine Buchten und das tiefblaue Mittelmeer liegen hier oft nur wenige Kilometer auseinander. Orte wie Kaş oder Çıralı werden nach der Hochsaison spürbar ruhiger.
Safranbolu in herbstlichen Farben
Für eine ganz andere Türkei steht Safranbolu in der Schwarzmeerregion. Die zum UNESCO-Welterbe gehörende Altstadt mit ihren osmanischen Häusern, gepflasterten Gassen und historischen Karawansereien wirkt im Herbst besonders atmosphärisch.
In den umliegenden Bergen verfärben sich die Wälder, während Kastanien, Pilze und andere saisonale Produkte auf Märkten und Speisekarten auftauchen. Safranbolu lässt sich gut mit weiteren Zielen im westlichen Schwarzmeergebiet verbinden.
Ägäis zwischen Antike und Weinlese
Auch die türkische Ägäis hat nach dem Ende der sommerlichen Hochsaison viel zu bieten. Ephesos lässt sich bei gemäßigten Temperaturen wesentlich entspannter erkunden, ebenso die antiken Städte Pergamon, Priene oder Aphrodisias.
Auf der Halbinsel Urla und in anderen Weinbaugebieten beginnt zugleich die Zeit rund um die Traubenernte. Kulinarik, Wein und archäologische Stätten machen die Region im September und Oktober zu einem vielseitigen Reiseziel.
Antalya verlängert den Sommer
Wer den Herbst möglichst lange hinauszögern möchte, findet an der Türkischen Riviera besonders gute Voraussetzungen. In Antalya, Side, Belek und Alanya bleibt es häufig bis weit in den Herbst hinein mild.
Der große Vorteil gegenüber dem Hochsommer liegt nicht allein an ruhigeren Stränden. Antike Stätten wie Perge, Aspendos oder Termessos können nun ohne extreme Mittagshitze besucht werden. Auch Wanderungen im Taurus werden wieder attraktiv.
So bietet die Türkei im Herbst etwas, das während der Hochsaison oft zu kurz kommt: Zeit und Raum, Landschaften, Städte und historische Orte in einem ruhigeren Tempo zu entdecken.
Bildnachweis: © KI-generierte Illustration






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