Washington State erweitert sein Profil als Ziel für kulinarisch interessierte Reisende. Während Food Tours in Seattle und Umgebung die Küchen und Geschichten unterschiedlicher Einwanderer-Communities erschließen, wächst zugleich die Zahl der offiziell anerkannten Weinregionen. Seit dem 17. August 2026 ist Columbia Hills als American Viticultural Area (AVA) ausgewiesen und damit das 22. Weinbaugebiet des Bundesstaates.

Die Spannweite reicht vom morgendlichen Blick hinter die Kulissen des Pike Place Market über afghanische, indische, persische oder malaysische Küche bis zu Cabernet Sauvignon aus den Weinbergen am Columbia River. Im Südosten Washingtons ergänzt das etablierte Walla Walla Valley mit mehr als 130 Weingütern und Tasting Rooms das Angebot.

Seattle kulinarisch abseits der klassischen Routen

Mehrere Anbieter nutzen Essen als Zugang zu den unterschiedlichen Stadtvierteln und Bevölkerungsgruppen Seattles. Savor Food Tours beginnt seine Insider’s Breakfast & Culture Tour auf dem Pike Place Market bereits vor dem regulären Besucherbetrieb. Teilnehmer erleben, wie die mehr als 200 Händler ihre Stände vorbereiten, treffen Produzenten und erhalten Einblicke in die Geschichte des Marktes. Auch die bekannten Fischhändler gehören zum Programm.

Einen Schritt weiter geht Atrium Kitchen mit der Market to Table Tour and Cooking Class. Chef Traci Calderon begleitet die Teilnehmer zunächst über den Markt, wo saisonale Zutaten ausgewählt werden. Anschließend werden diese gemeinsam verarbeitet, bevor die Tour bei einem Mittag- oder Abendessen endet.

Die Seattle Cultural Food Tours führen in den Central District, das historische Zentrum der afroamerikanischen Community der Stadt. Lokale Gerichte wie Fried Chicken werden dort mit der Geschichte des Viertels und seiner Bewohner verbunden.

Von Afghanistan bis Südchina in Kent

Nur wenige Kilometer südlich von Seattle spiegelt sich die internationale Zusammensetzung der Bevölkerung auch in der Gastronomie von Kent wider. Die Organisation Culture Generation stellt bei ihren Touren unter anderem Küchen aus Afghanistan, Indien, Persien und Malaysia vor.

Am 5. und 19. September steht die südchinesische Küche im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht allein um einzelne Gerichte, sondern auch um die Menschen und kulturellen Traditionen hinter den Restaurants und Lebensmittelbetrieben.

Columbia Hills wird Washingtons 22. Weinbaugebiet

Mit Columbia Hills verfügt Washington seit dem 17. August 2026 über eine weitere offiziell anerkannte American Viticultural Area. Das rund 11.900 Hektar große Gebiet liegt im südzentralen Teil des Bundesstaates zwischen der Columbia Gorge im Westen und The Burn of Columbia Valley AVA im Osten. Es gehört zugleich zum größeren Columbia Valley AVA.

Bislang werden lediglich rund 121 Hektar der neuen Weinregion tatsächlich mit Reben bewirtschaftet. Wichtigste Rebsorte ist Cabernet Sauvignon.

Die Landschaft wurde wesentlich von gewaltigen Gletscherfluten während der letzten Eiszeit geprägt. Südlich ausgerichtete Hänge und Terrassen, vergleichsweise niedrige Höhenlagen und gut drainierte, flache Böden bestimmen die Bedingungen für den Weinbau. Teilweise reichen die Wurzeln der Reben bis zum darunterliegenden Basaltgestein. Der nahe Columbia River beeinflusst zusätzlich das lokale Klima und trägt zu einer längeren Vegetationsperiode bei.

Walla Walla zählt mehr als 130 Weingüter

Deutlich etablierter ist das Walla Walla Valley im Südosten Washingtons. Mehr als 130 Weingüter und Tasting Rooms haben die Region zu einem der wichtigsten Weinreiseziele des Bundesstaates gemacht.

Im Downtown Wine District können Besucher zahlreiche Verkostungsräume zu Fuß erreichen. Dazu gehört die Seven Hills Winery, die zu den frühen Weingütern des Walla Walla Valley zählt. Im Southside District verbindet beispielsweise Amavi Cellars Weinverkostungen mit dem Blick auf die Blue Mountains.

Das Walla Walla Valley AVA reicht über die Grenze Washingtons bis in den Nordosten Oregons. Bekannt ist die Region vor allem für Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot, Cabernet Franc und Malbec. Daneben werden Weißweinsorten von Albariño bis Viognier angebaut.

Direktflüge aus Frankfurt und München

Internationales Eingangstor für Reisen durch Washington State ist der Seattle-Tacoma International Airport. Aus Deutschland bestehen ganzjährig Direktverbindungen mit Condor ab Frankfurt und Lufthansa ab München.

Seattle lässt sich außerdem mit einer Alaska-Kreuzfahrt ab dem Port of Seattle verbinden. Die diesjährige Kreuzfahrtsaison läuft noch bis zum 11. Oktober.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration