Laut dem jüngsten Bericht zu Gasszenarien, der von der Initiative Energien Speichern (INES) in der Hauptstadt Berlin veröffentlicht wurde, gingen die Speicheranlagen des Landes mit einem Füllstand von 53 Prozent in den September.

Dieser Wert, der als der niedrigste September-Wert der letzten 15 Jahre verzeichnet wurde, lag im gleichen Zeitraum des Vorjahres bei 71 Prozent.

Im Bericht wurde betont, dass es technisch immer noch möglich sei, bis zum 1. November 2026, dem offiziellen Beginn der Wintersaison, einen Füllstand von 77 Prozent zu erreichen, dafür aber in den kommenden zwei Monaten mehr Gas gespeichert werden müsse als in den gesamten letzten drei Monaten zusammen.

Krise in der Straße von Hormus verteuert die Speicherung

Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der INES, wies in seiner Stellungnahme zu diesem Thema darauf hin, dass das Interesse der Marktteilnehmer an der Gasspeicherung nachgelassen habe, und erklärte: „Die Reservierung von Kapazitäten in den Anlagen allein reicht nicht aus. Die hohen Gaspreise, ausgelöst durch die Schließung der Straße von Hormus, und die negative Entwicklung der Preisspanne zwischen Sommer und Winter haben die Speicherung für Marktteilnehmer wirtschaftlich unattraktiv gemacht.“

Heinermann forderte ein Sofortmaßnahmenpaket, das die Senkung der Speicherkosten beinhaltet.

Laut den Sensitivitätsanalysen der INES würde ein am 1. November erreichbarer Füllstand von 77 Prozent die Versorgungssicherheit bei normalen Wintertemperaturen gewährleisten, in einem Szenario mit eisiger Kälte jedoch unzureichend sein.

Im Falle extremer Kältewellen könnten insbesondere im Januar Engpässe in der Gasversorgung von über 25 Prozent entstehen.

„Versorgungssicherheits“-Verhandlungen zwischen Regierung und Energieunternehmen

Andererseits vertritt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Ansicht, dass die Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit unbegründet seien.

Das Ministerium erklärte, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine staatliche Intervention erforderlich sei, und begründete dies mit den ununterbrochenen Lieferungen über Pipelines aus Norwegen und den neu in Betrieb genommenen Terminals für Flüssigerdgas (LNG).

Laut Berichten in deutschen und internationalen Medien erörtert die Bundesregierung mit den verstaatlichten Energieunternehmen Uniper und Sefe Energy Szenarien zur finanziellen Unterstützung für die Befüllung der Gasspeicher vor dem Winter.

In Erklärungen von Sefe und Uniper zu diesem Thema wurde bestätigt, dass der enge Kontakt mit allen relevanten Marktteilnehmern, insbesondere dem Wirtschaftsministerium, aufrechterhalten wird, um die Versorgungssicherheit vollständig zu gewährleisten und die Verpflichtungen lückenlos zu erfüllen.