Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte, dass Rassismus und rechtsextreme Ideologie im Land niemals wieder an Stärke gewinnen dürfen.
Bei der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des rassistischen Terroranschlags in München erinnerte Steinmeier an die neun Todesopfer des Anschlags und betonte, dass dieses Ereignis nicht nur die Familien der Opfer, die Stadt München oder den Freistaat Bayern, sondern ganz Deutschland zutiefst betroffen habe.
Steinmeier betonte, dass rechtsextreme Ideologie in der deutschen Geschichte zum Tod von Millionen von Menschen geführt habe, und erklärte: „Wir dürfen niemals zulassen, dass eine solche Denkweise in unserem Land wieder Fuß fasst. Antisemitismus und Rassismus dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“
Steinmeier wies darauf hin, dass der Attentäter seine Opfer nicht persönlich gekannt habe, sie aber dennoch bewusst aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen habe, und merkte an, dass die Tatsache, dass der Täter selbst einen Migrationshintergrund hatte, diese Realität nicht ändere.
Steinmeier unterstrich, dass die Menschenwürde für alle gleich sei, und wies darauf hin, dass niemand aufgrund seiner Herkunft einem anderen überlegen sei und die vom deutschen Grundgesetz garantierte Menschenwürde ein Grundwert der Gesellschaft sei.
In seiner Rede verlas Steinmeier die Namen der bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabergja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine Sulaj, Selçuk Kılıç und Sevda Dağ einzeln und sagte, dass jeder von ihnen eine unvollendete, einzigartige Lebensgeschichte repräsentiere.
Steinmeier erklärte, dass Staat und Gesellschaft angesichts der Ursachen und Folgen rechtsextremer Terroranschläge nicht schweigen dürften, und betonte, dass die lange Zeit fehlende klare Definition des Münchner Anschlags als „rechtsextremer Terroranschlag“ insbesondere für die Angehörigen der Opfer eine große Belastung dargestellt habe.
Steinmeier erinnerte neben dem Anschlag in München auch an die Anschläge von Solingen, Halle und Hanau, den Mord an Walter Lübcke und die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und betonte, dass aus diesen Ereignissen die notwendigen Lehren gezogen werden müssten.
Steinmeier forderte einen entschlosseneren Kampf gegen rassistische Hassreden sowie alle Beiträge und Handlungen, die die Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit aufstacheln, und merkte an, dass Nazi-Symbole und rechtsextreme Äußerungen, die insbesondere in sozialen Medien, Schulen und unter Jugendlichen immer sichtbarer werden, nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürften.
Der iranischstämmige Ali David Sonboly hatte am 22. Juli 2016 bei einem Anschlag auf ein Einkaufszentrum in München neun Menschen getötet, darunter drei Türken. Der Attentäter hatte sich anschließend selbst getötet.






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