Im deutschen Bundesland Niedersachsen hat die Verwendung von Kirchengebäuden auf den Wahlplakaten der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), die für ihre migrationsfeindlichen Äußerungen bekannt ist, im Vorfeld der bevorstehenden Kommunalwahlen bei zahlreichen Kirchengemeinden in der Region Empörung ausgelöst.
Die Kirchenleitungen gaben an, dass die betreffenden Bilder ohne Genehmigung verwendet wurden und dass die AfD und der christliche Glaube nach ihrem Verständnis unvereinbar sind.
„KIRCHENGEBÄUDE DÜRFEN NICHT FÜR POLITISCHE PROPAGANDA GENUTZT WERDEN“
Die Leitung der evangelischen Kirche in Bramsche bei Osnabrück betonte, dass die politischen Ansichten der AfD und der christliche Glaube unvereinbar seien. Die Kirchenleitung erklärte, dass sie die Nutzung von Kirchengebäuden für politische Parteipropaganda ablehne. In der Erklärung hieß es, es sei inakzeptabel, kirchliche Räume und Symbole für politische Ziele zu verwenden, die im Widerspruch zu den Grundwerten der Kirche stünden.
Nach Angaben der Leitung der Evangelischen Kirche Hannovers sind etwa sechs verschiedene Fälle bekannt, in denen Kirchengebäude auf den Kommunalwahlplakaten der AfD verwendet wurden. Alexander Hensel, Demokratieforscher an der Universität Göttingen, erklärte jedoch, dass ähnliche Plakate bereits bei früheren Kommunalwahlen in anderen Bundesländern, wenn auch in begrenzter Zahl, verwendet worden seien.
Die Kirchenleitung Hannovers empfahl den örtlichen Gemeinden, sich klar von der Verwendung von Kirchenfotos durch die AfD zu distanzieren. Einige Kirchenvertreter äußerten jedoch auch die Ansicht, dass eine übermäßige Thematisierung des Sachverhalts der AfD zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen könnte.
AfD BEHAUPTET, KEINEN EINDRUCK RELIGIÖSER UNTERSTÜTZUNG ERZEUGEN ZU WOLLEN
Der AfD-Kreisverband Osnabrück hingegen verteidigte die Verwendung der Kirchenbilder damit, dass sie lediglich dazu dienten, eine regionale Verbindung zu den Ortschaften herzustellen und betonte, dass nicht beabsichtigt sei, den Eindruck religiöser Unterstützung zu erwecken. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, den Eindruck zu erwecken, dass Kirchengemeinden oder Geistliche die Partei unterstützten.
BabaAjans/HANNOVER






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