Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Berlin nimmt zu: Ein Drittel der Unternehmen arbeitet mit der neuen Technologie.
Die Ergebnisse des Berliner Unternehmenspanels 2025 wurden bekannt gegeben. Laut der Studie nutzen 34 Prozent der Unternehmen in Berlin Künstliche Intelligenz-Technologien. Dieser Anteil liegt über dem deutschen Durchschnitt, während Experten darauf hinweisen, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter stärker im Bereich Künstliche Intelligenz schulen sollten.
Das vom Berliner Senat für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung erstellte Berliner Unternehmenspanel 2025, lieferte wichtige Daten zum digitalen Transformationsprozess der Wirtschaft in der Hauptstadt.
Laut der Studie nutzen 34 Prozent der Unternehmen in Berlin Künstliche Intelligenz (KI)-Technologien aktiv. Dieser Anteil liegt über dem bundesweiten Durchschnitt von 27 Prozent. Insbesondere mit der Verbreitung generativer KI-Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot und Google Gemini hat der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen in den letzten Jahren rapide zugenommen.
25 Prozent der Berliner Unternehmen nutzen ausschließlich generative KI-Lösungen, während 6 Prozent sowohl generative als auch traditionelle KI-Technologien einsetzen. 3 Prozent wiederum profitieren ausschließlich von nicht-generativen KI-Systemen.
Dennoch nutzen 66 Prozent der Berliner Unternehmen noch keine Künstliche Intelligenz. Ein erheblicher Teil dieser Unternehmen gibt an, in ihren aktuellen Tätigkeitsbereichen keinen Anwendungsbereich für Künstliche Intelligenz zu sehen.
Cansel Kızıltepe: „Künstliche Intelligenz sollte nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen werden“
Die Berliner Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe rief die Unternehmen auf und betonte, dass Künstliche Intelligenz den Wandel in der Arbeitswelt beschleunigt.
Kiziltepe erklärte, dass es nicht mehr darum gehe, ob Künstliche Intelligenz eingesetzt werde, sondern die Frage an Bedeutung gewonnen habe, wie sie effizient und korrekt integriert werden kann.
Senatorin Kiziltepe betonte, dass Künstliche Intelligenz die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern und ihre wirtschaftliche Position stärken könne, und hob hervor, dass Unternehmen, die sich nicht an die Technologie anpassen, Gefahr laufen, in Zukunft ins Hintertreffen zu geraten.
Fachkräftemangel in Berlin hält an
Laut den Ergebnissen des Berliner Unternehmenspanels bleibt einer der größten Herausforderungen für die Unternehmen in der Stadt der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.
Im Jahr 2025 suchten 34 Prozent der Berliner Unternehmen nach Fachkräften mit beruflicher oder akademischer Ausbildung. Es konnte jedoch keine signifikante Verbesserung bei der Besetzung der von den Unternehmen angebotenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden.
Laut der Studie blieben in 52 Prozent der Berliner Unternehmen Fachkraftstellen unbesetzt.
Kiziltepe sagte, dass Künstliche Intelligenz den Fachkräftemangel nicht allein lösen werde, aber dazu beitragen könne, die Kapazitäten der vorhandenen Mitarbeiter effizienter zu nutzen.
Kiziltepe erklärte, dass Künstliche Intelligenz Mitarbeiter unterstützen und sie zu kreativeren, analytischeren und menschenzentrierteren Aufgaben führen könne, und betonte, dass die Technologie bei richtiger Anwendung einen wichtigen Vorteil für Unternehmen darstelle.
KI-Schulungen bleiben unzureichend
Ein weiteres Thema, auf das die Studie aufmerksam machte, waren die Berufsbildungsquoten in Unternehmen.
Im Jahr 2025 wurden in 40 Prozent der Berliner Unternehmen Schulungsprogramme für Mitarbeiter angeboten. Die Beteiligungsquote der Mitarbeiter an den Schulungen lag jedoch bei 27 Prozent.
Es zeigte sich, dass die Weiterbildungsquoten von hochqualifizierten Mitarbeitern etwa doppelt so hoch waren wie die von ungelernten Arbeitskräften.
Von den Unternehmen, die Künstliche Intelligenz nutzen, schulen jedoch nur 31 Prozent ihre Mitarbeiter im Bereich Künstliche Intelligenz.
Kiziltepe betonte die große Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung im technologischen Transformationsprozess und sagte, dass kein Mitarbeiter in diesem Prozess zurückgelassen werden dürfe.
Kiziltepe erklärte, dass Berlin im Rahmen der Fachkräftestrategie 2035 darauf abzielt, die Anpassung der Mitarbeiter an neue Technologien zu unterstützen, und fügte hinzu, dass Künstliche Intelligenz den Wert der Mitarbeiter nicht mindere, sondern ihnen vielmehr helfen könne, ihre Expertise effektiver einzusetzen.
KI-Regeln am Arbeitsplatz noch nicht weit verbreitet
Die Ergebnisse des Berliner Unternehmenspanels 2025 zeigten auch, dass Regelungen zu Arbeitnehmerrechten und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen begrenzt sind.
In Berlin haben nur:
- 14 Prozent der Unternehmen einen Tarifvertrag,
- 4 Prozent eine Arbeitnehmer- oder Personalvertretung,
- und 26 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen eine Betriebsvereinbarung, Leitlinie oder Anwendungsanweisung für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Kiziltepe sagte, dass Tarifverträge und Arbeitnehmervertretungen in der Ära der Künstlichen Intelligenz von entscheidender Bedeutung für den Schutz fairer Arbeitsbedingungen seien.
Kiziltepe betonte, dass Regeln geschaffen werden müssten, die sicherstellen, dass Künstliche Intelligenz die Mitarbeiter unterstützt und nicht ersetzt, und hob hervor, dass die Berliner Wirtschaft sowohl qualifizierte Arbeitskräfte als auch faire Arbeitsbedingungen benötige, um zu wachsen.
Digitale Transformation in der Berliner Wirtschaft nimmt Fahrt auf
Das Berliner Unternehmenspanel 2025 zeigte, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Hauptstadt über dem deutschen Durchschnitt liegt, aber Unternehmen im Anpassungsprozess an die Technologie noch erhebliche Mängel in den Bereichen Schulung, Mitarbeiterbeteiligung und Regulierung aufweisen.
Experten zufolge werden in der kommenden Zeit zu den wichtigsten Themen für Unternehmen in Berlin die Integration von Künstlicher Intelligenz, die Entwicklung digitaler Fähigkeiten der Mitarbeiter und die Schaffung von Arbeitsmodellen, die den neuen Technologien entsprechen, gehören.
















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