Der Verein Sivaslı Canlar Berlin veranstaltete die traditionelle Aşure-Lokması-Veranstaltung im Monat Muharrem in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands. Die Veranstaltung vor dem Rathaus Neukölln verzeichnete eine rege Beteiligung. Hunderte von Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen und Kulturen kamen an einem Tisch zusammen. Bei der Veranstaltung wurden Botschaften der Einheit, Solidarität, des sozialen Friedens und des Zusammenlebens vermittelt.

Der Vereinsvorsitzende Cemal Boyraz betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Aşure das harmonische Zusammenleben von Unterschieden symbolisiere. Boyraz merkte an, dass die Gesellschaft mehr denn je Dialog, gegenseitigen Respekt und Solidarität benötige.

Aşure: Der gemeinsame Reichtum der Vielfalt
Cemal Boyraz erinnerte daran, dass Aşure einen gemeinsamen Geschmack bildet, indem es die Essenz verschiedener Zutaten bewahrt. Er erklärte, dass dieses kulturelle Erbe die multikulturelle Gesellschaftsstruktur am besten repräsentiere.
Boyraz sagte: „Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen, nicht Mauern errichten.“ Er betonte, dass in dieser Zeit, in der Kriege, Diskriminierung und soziale Spannungen zunehmen, der Frieden nur durch gegenseitiges Verständnis und Solidarität gestärkt werden könne.
Boyraz erwähnte, dass der Verein seit 2018 regelmäßig das Aşure-Festival in Neukölln veranstaltet. Er erklärte, dass der Verein darauf abzielt, eine demokratische, friedliche und solidarische Kultur zu fördern.

Neukölln: Wie eine Aşure-Schale
Boyraz wies auf die multikulturelle Struktur Neuköllns hin. Er verglich den Bezirk mit einer Aşure-Schale und machte folgende Einschätzung:
„Menschen aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Lebensgeschichten leben hier zusammen. Diese Vielfalt macht unseren Bezirk stark und lebenswert. Wir müssen diesen Reichtum gemeinsam bewahren und in die Zukunft tragen.“
Boyraz sprach seinen Dank an die ehrenamtlichen Helfer, Vereinsmitglieder, die Bezirksverwaltung Neukölln und die Leitung des Quartiersmanagements Donaustraße-Nord aus, die zur Veranstaltung beigetragen haben.
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Dr. Yüksel Özdemir: Aşure ist das gemeinsame Gewissen der Menschheit
Dr. Yüksel Özdemir, Vertreter der Alevitischen Gemeinde Berlin, sprach ebenfalls bei der Veranstaltung. Özdemir erklärte, dass Aşure nicht nur eine Tradition zum Gedenken an die Märtyrer von Kerbela sei. Er sagte, es repräsentiere auch das gemeinsame Gewissen der Menschheit, das Teilen und die Hoffnung.
Özdemir erklärte, dass Kerbela nicht nur ein historisches Ereignis sei. Er äußerte, dass die Leiden der Menschen, die heute Kriege, Hunger, Migration, Diskriminierung und Ungerechtigkeit erleben, die heutigen Reflexionen von Kerbela seien.
Özdemir, der betonte, dass Aşure die Kultur des Zusammenlebens von Unterschieden symbolisiere, übermittelte folgende Botschaft:
„So wie verschiedene Früchte in einem Aşure-Topf harmonisch zusammenkochen, ohne ihre eigene Farbe und ihren Geschmack zu verlieren, sollten auch Menschen mit ihren unterschiedlichen Identitäten in gleichen Rechten und gleichen Bedingungen brüderlich zusammenleben können.“
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Betonung von gleicher Staatsbürgerschaft und Religionsfreiheit
Dr. Özdemir ging auf die Forderungen der Aleviten nach gleicher Staatsbürgerschaft ein. Er erklärte, dass die Anerkennung von Cemevis als Glaubenszentren, die Gewährleistung der Religionsfreiheit und ein gleichberechtigter Umgang mit verschiedenen Glaubensrichtungen von großer Bedeutung für den sozialen Frieden seien.
Özdemir betonte, dass Aşure nicht ein Symbol der Vereinheitlichung, sondern des Zusammenlebens verschiedener Kulturen, Glaubensrichtungen und Identitäten sei. Er rief zur Stärkung der gesellschaftlichen Solidarität auf.
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Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft nahmen teil
Die Veranstaltung verzeichnete eine rege Beteiligung. Janina Wolter, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport in Neukölln, die Bundestagsabgeordneten Andreas Audretsch und Ferat Koçak, Dr. Yüksel Özdemir, Vertreter der Alevitischen Gemeinde Berlin, Dede Haydar Akdağ sowie Vorsitzende und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen nahmen an der Veranstaltung teil.
In den Reden wurde die Bewahrung der multikulturellen Struktur Berlins betont. Die Bedeutung der Stärkung des Dialogs zwischen verschiedenen Gemeinschaften und der Entwicklung einer gemeinsamen Lebenskultur wurde hervorgehoben.
Das Programm endete mit der Verteilung von Aşure an die Teilnehmer und freundschaftlichen Gesprächen.
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