Die intensivste Zeit für Urlaubsplanungen in Deutschland sind nicht, wie angenommen, die Sommermonate. Laut Daten der globalen HR- und Gehaltsabrechnungsplattform Deel wurde im Jahr 2025 die höchste Rate der Inanspruchnahme von Urlaub bei Arbeitnehmern im Dezember verzeichnet. Während der Anteil der Arbeitnehmer, die in einer Kalenderwoche mindestens einen Tag Urlaub nahmen, im August maximal 26,5 Prozent betrug, erreichte dieser Anteil im Dezember 61,7 Prozent.

 

Auch die Daten für das erste Halbjahr 2026 zeigen, dass viele Arbeitnehmer ihre längeren Urlaube in die zweite Jahreshälfte verschieben.

 

Im ersten Halbjahr wurden nur 10 Urlaubstage genommen

 

Bis Ende Juni 2026 nahmen Arbeitnehmer in Deutschland median 10 Tage Urlaub. Diese Zahl behielt das Niveau des gleichen Zeitraums im Jahr 2025 bei.

 

Demgegenüber blieb die für das Jahr 2026 beantragte und genehmigte Gesamturlaubszeit bei einem Median von 14,5 Tagen. In dieser Zahl wurden auch die im ersten Halbjahr genommenen Urlaubstage berücksichtigt.

 

Arbeitnehmer in Deutschland nahmen im gesamten Jahr 2025 median 26 Tage Urlaub. Wenn dieses Niveau auch für 2026 gilt, stehen den Arbeitnehmern in der zweiten Jahreshälfte noch mehr als zwei Wochen Urlaub zur Verfügung.

 

Max Lux, Länderdirektor von Deel DACH, sagte: „Unsere Daten für das erste Halbjahr zeigen, dass viele Arbeitnehmer ihre längeren Auszeiten bewusst in die zweite Jahreshälfte verschieben. Ausgehend vom Vorjahresniveau sind median etwas mehr als zwei Wochen Urlaub noch nicht in Anspruch genommen worden.“

 

Lux betonte, dass Unternehmen nicht nur auf Urlaubsanträge, sondern auch auf die tatsächliche Inanspruchnahme des Urlaubs achten sollten. Laut den Daten von 2025 nutzten 57 Prozent der Arbeitnehmer ihren gesamten Jahresurlaubsanspruch nicht.

 

Die Dezember-Spitze übertraf den August bei Weitem

 

Die Daten von 2025 zeigten, dass die Urlaubsnachfrage nicht in der klassischen Sommerferienzeit, sondern in den Weihnachtswochen ihren Höhepunkt erreichte.

 

Während die höchste wöchentliche Rate der Arbeitnehmer, die im August Urlaub nahmen, 26,5 Prozent betrug, stieg dieser Anteil im Dezember auf 61,7 Prozent. Somit erreichte die Urlaubsintensität während der Weihnachtszeit etwa das Zweieinhalbfache des Höchststandes der Sommermonate.

 

Ähnlicher Trend auch in anderen europäischen Ländern

 

Deutschland ist in diesem Trend nicht allein. Im Dezember nahmen in Frankreich 65,6 Prozent, in Italien 65,4 Prozent, in Spanien 59,3 Prozent, im Vereinigten Königreich 59 Prozent, in Schweden 57,7 Prozent und in den Niederlanden 49,3 Prozent der Arbeitnehmer mindestens einen Tag Urlaub.

 

Die höchsten wöchentlichen Raten im August lagen hingegen in Frankreich bei 44,5 Prozent, in Italien bei 46,6 Prozent, in Spanien bei 34,2 Prozent, im Vereinigten Königreich bei 26,8 Prozent und in den Niederlanden bei 27,4 Prozent.

 

Schweden wich in diesem Bild teilweise ab. Während die intensivste Sommerferienzeit im Land im Juli stattfand, nahmen 51,4 Prozent der Arbeitnehmer mindestens einen Tag Urlaub. Die Rate im August betrug 34,2 Prozent.

 

Die meisten Arbeitnehmer nutzen ihren Urlaubsanspruch nicht vollständig

 

Ob sich im Jahr 2026 ein ähnliches Bild ergibt, wird sich Ende des Jahres zeigen. Die Daten von 2025 zeigen jedoch, dass das Verschieben von Urlaubstagen in spätere Jahresabschnitte nicht bedeutet, dass der gesamte Anspruch unbedingt genutzt wird.

 

Obwohl Arbeitnehmer median 26 Tage Urlaub nahmen, nutzten nur 43 Prozent ihren gesamten Jahresurlaubsanspruch.

 

Die Analyse von Deel basiert auf anonymisierten Urlaubsdaten von 2.726 Arbeitnehmern in Deutschland, die zwischen dem 1. Januar und 1. Juli 2026 über die Plattform beschäftigt waren und seit Jahresbeginn arbeiteten. Bild: © KI-generierte Illustration