Ein im Nürnberger Tiergarten schwer verletztes Asiatisches Löwenjunges, wurde nach einer Untersuchung durch Tierärzte eingeschläfert, da keine Heilungschancen bestanden.

Laut Angaben der Tiergartenleitung ereignete sich der Vorfall am Mittwoch zwischen dem männlichen Löwen Kiron und dem Jungtier. Solche Bisse von erwachsenen männlichen Löwen gegenüber Jungtieren gelten normalerweise als Disziplinarverhalten. Diesmal jedoch verursachte der Biss irreparable Schäden an der Wirbelsäule des Jungtieres.

Wirbelsäule schwer beschädigt

Nach dem Vorfall wurde das verletzte Jungtier von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt, betäubt und einer detaillierten tierärztlichen Untersuchung unterzogen. Bei der Untersuchung wurden schwere Verletzungen an der Wirbelsäule und eine vollständige Lähmung der Hinterbeine festgestellt.

Die Tierärzte entschieden sich zur Euthanasie, um dem Jungtier weiteres Leid zu ersparen, da die Verletzung nicht behandelbar war.

Die Tiergartenleitung betonte, dass der Vorfall nicht auf aggressives Verhalten zurückzuführen sei, sondern ein rein unglücklicher Unfall war.

Löwenjunges im Nürnberger Tiergarten eingeschläfert

Herde setzte natürliches Verhalten fort

Die Verantwortlichen gaben an, dass die anderen Löwen nach der Euthanasie das tote Jungtier sehen und riechen durften. In der Erklärung hieß es, dass die Herde danach ihr normales Verhalten fortsetzte und harmonisch weiterlebte. Anschließend wurden alle Löwen wieder in ihre Gehege gebracht.

Nach Weihnachten geboren

Das verstorbene Jungtier war eines von sechs Asiatischen Löwenjungen, die im Nürnberger Tiergarten am 26. Dezember, also am Tag nach Weihnachten, geboren wurden. Die Löwenmutter Aarany hatte sechs Jungtiere zur Welt gebracht, von denen eines unmittelbar nach der Geburt und ein weiteres wenige Tage später verstarb. Mit dem jüngsten Vorfall sank die Zahl der überlebenden Jungtiere aus diesem Wurf auf drei.

Die Verantwortlichen teilten mit, dass die verbleibenden Jungtiere bei guter Gesundheit sind und sich unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle weiterentwickeln.

Taner TÜZÜN / Nürnberg