Australien hat Änderungen am Working Holiday Maker Programm vorgenommen, das jungen Menschen Reise- und Arbeitsmöglichkeiten bietet. Die Erstanträge für das Work and Holiday Visum der Kategorie Subclass 462, das einem jährlichen Kontingent unterliegt, wurden für 24 Länder vorübergehend gestoppt.

Von dieser Situation sind viele Länder wie Spanien, Österreich und die Schweiz betroffen. Die Türkei, obwohl Teil des Subclass 462 Systems, gehört nicht zu den Ländern, deren Anträge gestoppt wurden. Das jährliche Kontingent von 100 Personen für türkische Staatsbürger bleibt gültig; neue Erstanträge werden angenommen.

Deutschland ist von diesem Stopp nicht betroffen. Deutsche Staatsbürger nutzen die Working Holiday Visumskategorie Subclass 417 anstelle der kontingentierten Subclass 462.

Anträge für die Türkei offen

In der Kategorie Subclass 462 des australischen Work and Holiday Programms gibt es insgesamt 29 Länder. Für die meisten dieser Länder gelten jährliche Kontingente für das erste Visum.

Derzeit wurden die Anträge für 24 Länder vorübergehend gestoppt. Für die Türkei und San Marino bleiben die Anträge offen. Beiden Ländern wurde ein jährliches Kontingent von 100 ersten Work and Holiday Visa zugewiesen. Die Anträge für Staatsbürger Chinas, Indiens und Vietnams werden über ein separates Lotteriesystem abgewickelt.

Daher gibt es für die Türkei keine direkte Einschränkung. Türkische Staatsbürger, die die Voraussetzungen erfüllen, können weiterhin innerhalb des bestehenden Kontingents ein erstes Subclass 462 Visum beantragen.

Das Programm bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit, während ihrer Reise in Australien vorübergehend zu arbeiten. Das erste Visum berechtigt zu einem Aufenthalt von bis zu 12 Monaten, und wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Gesamtdauer mit einem zweiten und dritten Visum auf bis zu drei Jahre verlängert werden.

Neue Anträge in Österreich und der Schweiz ausgesetzt

Österreich und die Schweiz sind ebenfalls Teil des Subclass 462 Programms. Für beide Länder wurden jedoch neue Erstanträge vorübergehend gestoppt. Das jährliche Kontingent für Österreich wurde auf 500, für die Schweiz auf 200 Personen festgelegt.

Die Statusänderung der Anträge auf „paused“ bedeutet nicht unbedingt, dass das Kontingent vollständig ausgeschöpft ist oder das Programm bis zum Jahresende geschlossen wurde. Die australischen Behörden können die Anträge innerhalb des Programmjahres wieder öffnen.

Zu den Gründen für die vorübergehende Aussetzung der Anträge gehören die Annäherung an die Ausschöpfung des Kontingents, eine ausgewogene Verteilung der Anträge über das Jahr hinweg und die allgemeinen migrationspolitischen Ziele der Regierung.

Deutschland in anderer Visumskategorie

Deutsche Staatsbürger nehmen am australischen Arbeits- und Reiseprogramm mit dem Working Holiday Visum der Subclass 417 teil. Aus diesem Grund betrifft die aktuelle Aussetzung der Anträge für Subclass 462 Länder Deutschland nicht.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass deutsche Antragsteller von Verzögerungen völlig unberührt bleiben. Die australischen Behörden weisen darauf hin, dass das Working Holiday Maker Programm weiterhin ein hohes Antragsvolumen aufweist. Die Bearbeitung sowohl von Subclass 417 als auch von Subclass 462 Visa kann länger als üblich dauern.

Australien hat das Teilnahmealter für deutsche Staatsbürger am Programm ab dem 1. Juli 2026 angehoben. Inhaber eines deutschen Reisepasses können nun im Alter von 18 bis 35 Jahren ein Subclass 417 Visum beantragen.

24 Länder von vorübergehendem Stopp betroffen

Die Länder, für die neue Erstanträge für das Subclass 462 Visum vorübergehend gestoppt wurden, sind: Argentinien, Österreich, Brasilien, Chile, Tschechien, Ecuador, Griechenland, Ungarn, Indonesien, Israel, Luxemburg, Malaysia, Mongolei, Papua-Neuguinea, Peru, Polen, Portugal, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweiz, Thailand und Uruguay.

Das Programm erfreut sich in Europa und Asien seit Jahren großer Beliebtheit, da es jungen Menschen ermöglicht, ihre Langzeitreisen in Australien zu finanzieren. Ende Juni 2025 befanden sich über 206.000 Personen im Rahmen des Working Holiday Maker Programms in Australien.

Ein wichtiges Programm für Tourismus und Arbeitskräfte

Die Entwicklungen bei den Working Holiday Maker Visa betreffen nicht nur junge Reisende, sondern auch bestimmte Sektoren in Australien. Ausländer, die am Programm teilnehmen, können während ihrer Reise in temporären Jobs arbeiten. Dies ermöglicht ihnen, eine wichtige Rolle insbesondere in Sektoren zu spielen, in denen ein hoher Bedarf an saisonalen Arbeitskräften besteht.

Sektoren wie Landwirtschaft, Gastgewerbe und Tourismus profitieren seit vielen Jahren von jungen Arbeitskräften, die über das Working Holiday Maker Programm kommen. Ein signifikanter Rückgang der Visazahlen oder der Bearbeitung von Anträgen könnte das Arbeitskräfteangebot beeinflussen.

Das Programm hat auch eine wichtige Dimension für die Tourismuswirtschaft. Junge Menschen, die im Rahmen des Working Holiday nach Australien kommen, arbeiten nicht nur. Sie bleiben auch lange Zeit in Australien und geben Geld für Unterkunft, Transport, Verpflegung und andere touristische Dienstleistungen aus.

Derzeit gibt es für die Türkei und Deutschland keinen direkten Stopp, der neue Anträge verhindert. Die Positionen der beiden Länder unterscheiden sich jedoch. Die Türkei ist für Anträge im Rahmen der Subclass 462 mit einem jährlichen Kontingent von 100 Personen offen. Deutschland hingegen ist im kontingentfreien Subclass 417 System. Neue Erstanträge für Subclass 462 aus Österreich und der Schweiz sind derzeit vorübergehend ausgesetzt.

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