Das Münchener Ifo Institut für Wirtschaftsforschung hat seine aktuelle Analyse mit dem Titel „Ausweitung des Sozialstaats: Der deutsche Sozialhaushalt 1992-2025“ veröffentlicht. Die Analyse legte den strukturellen Wandel der Bundesausgaben offen.
Laut Ifo-Analyse machten die Ausgaben für Alter und Krankheit in Deutschland im vergangenen Jahr rund 70 Prozent der gesamten Sozialleistungen aus. Dies trieb den Sozialschutzhaushalt auf ein historisches Rekordniveau.
Seit 1992 entfielen mehr als 80 Prozent des realen Anstiegs der Sozialausgaben direkt auf die Posten Alter und Krankheit.
Als grundlegender struktureller Kostenfaktor hinter diesem Trend wurde der demografische Wandel genannt.
Die Alterung der Bevölkerung erschwert zunehmend das Gleichgewicht der Sozialstaatslast zwischen den Generationen. Die Analyse zeigte auch, dass der Sozialstaat in Zeiten wirtschaftlicher Krisen als automatischer Stabilisator fungiert.
Anteil der Sozialausgaben am Nationaleinkommen stieg auf 32 Prozent
Laut Ifo-Analyse stiegen die preisbereinigten Sozialausgaben zwischen 2019 und 2025 um 11,5 Prozent (rund 104 Milliarden Euro).
In diesem Zeitraum stieg der Anteil des Sozialhaushalts am Bruttoinlandsprodukt von 29,6 Prozent auf 32 Prozent.
Die Hauptdynamik dieses Anstiegs der Sozialschutzleistungen bildeten zusätzliche Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherungen der älteren Bevölkerung sowie hohe Rentenzahlungen aus dem Bundeshaushalt.
Ifo-Forscherin Emilie Hoeslinger stellte fest, dass der Sozialhaushalt schneller wächst als das Bruttoinlandsprodukt. Hoeslinger erklärte: „Der schwache Verlauf der Volkswirtschaft trägt ebenfalls direkt dazu bei, dass der Anteil des Sozialhaushalts am gesamten Nationaleinkommen steigt.“
















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