Auf Mallorca dauern die Proteste gegen Overtourism und seine Auswirkungen auf das Inselleben an. GOB Mallorca und Terraferida haben angekündigt, einen Monat nach der Demonstration „Mallorca al límite“, die am 26. Juli in Palma stattfand, am Samstag, den 29. August, eine neue Aktion zu veranstalten.

Die Zahlen der Organisatoren und der Behörden zur Beteiligung an der vorherigen Demonstration wichen voneinander ab. Während die Organisatoren angaben, dass mehr als 70.000 Menschen auf die Straßen Palmas gegangen seien, erklärten die Behörden, dass es etwa 25.000 Teilnehmer gewesen seien. Die Demonstranten hatten eine Reduzierung der Tourismusdichte, eine Entlastung des Wohnungsmarktes und den Schutz der Lebensqualität der Inselbewohner gefordert.

Organisatoren kritisieren das Schweigen der politischen Institutionen

GOB Mallorca und Terraferida forderten nach der Demonstration im Juli ein Treffen mit Marga Prohens, der Präsidentin der Autonomen Regierung der Balearen, und Llorenç Galmés, dem Präsidenten des Inselrates von Mallorca. Die Organisationen erklärten, dass keine der beiden Institutionen einen Dialogprozess eingeleitet habe.

Die Organisatoren bezeichneten diese Situation als „politisch nicht zu rechtfertigen“. Ziel des neuen Protests ist es, die Inselbewohner erneut auf die Straße zu bringen und die Forderungen bezüglich der Tourismusdichte auf der Tagesordnung zu halten.

Die Aktion am 29. August wurde von der Aktivistin Madò Farta initiiert. Die geplante symbolische Aktion ruft die Bürger dazu auf, „die Straße zurückzuerobern“ und die Botschaft zu bekräftigen, dass Mallorca die Grenze der Tourismusbelastung erreicht hat.

Wohnraum und touristische Vermietung gehören zu den vorrangigen Forderungen

An erster Stelle der von den Organisationen formulierten Forderungen steht der Wohnungsmarkt. Es wird gefordert, die gesamten Balearen zu einem Gebiet mit hohem Druck auf dem Wohnungsmarkt zu erklären. Des Weiteren wird ein vorübergehender Stopp neuer Genehmigungen für touristische Vermietungen und eine schrittweise Reduzierung der bestehenden touristischen Beherbergungskapazität gefordert.

GOB Mallorca und Terraferida betonen, dass eine bloße Begrenzung des Drucks der touristischen Vermietung auf das Recht auf Wohnraum nicht ausreicht. Die Organisationen argumentieren, dass die Kapazität der touristischen Vermietung reduziert werden muss.

Auch ein vorübergehender Stopp neuer Baugenehmigungen in ländlichen Gebieten gehört zu den Forderungen. Die Organisationen fordern die Rücknahme einiger Vorschriften, die den Bodenschutz unter dem Vorwand der Vereinfachung von Verwaltungsverfahren schwächen.

Forderung nach Änderungen in der Verkehrs-, Wasser- und Klimapolitik

Die den Protest unterstützenden Organisationen fordern eine Neugestaltung der Verkehrspolitik Mallorcas. Es wird vorgeschlagen, dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang vor Privatfahrzeugen einzuräumen, die Anzahl der auf der Insel verkehrenden Fahrzeuge zu begrenzen und das Eisenbahnnetz auszubauen. Auch die Aufgabe neuer Straßenbauprojekte wird gefordert.

Auch die Anpassung an den Klimawandel und der Schutz der Wasserressourcen gehören zu den Forderungen. Die Organisationen fordern die Ausarbeitung von Klimapolitiken, die die Ziele für 2030 und 2050 umfassen. Sie fordern die Stärkung der grünen Infrastruktur und die Durchführung der Energiewende unter Schutz der Naturgebiete Mallorcas.

Im Wassermanagement wird der Schutz der Grundwasserressourcen und die Reduzierung des Verbrauchs gefordert. Neue Tourismus- oder Bauprojekte sollen gemäß der tatsächlichen Wasserkapazität der Insel geplant werden.

Stärkung der lokalen Landwirtschaft gefordert

Der sechste wichtige Punkt ist die Lebensmittelproduktion. GOB Mallorca und Terraferida fordern den Schutz landwirtschaftlicher Flächen und die Förderung der lokalen Produktion. Ziel ist es, die Fähigkeit Mallorcas zu erhöhen, den Lebensmittelbedarf der eigenen Bevölkerung zu decken, während die landwirtschaftlichen Flächen und der Primärsektor der Insel geschützt werden.

Die Organisationen räumen ein, dass diese Maßnahmen nicht alle Probleme Mallorcas allein lösen können. Sie argumentieren jedoch, dass ihre Umsetzung eine deutliche Richtungsänderung in der Tourismus- und Landpolitik signalisieren würde.

Mit der für den 29. August in Palma geplanten neuen Demonstration wollen die Organisatoren sicherstellen, dass die nach dem Massenprotest vom 26. Juli geäußerten Forderungen auf der politischen Agenda bleiben. Bild: © Tourinews Material und KI-generiertes Bild