Das Paket, das vom Volkswagen-Management seit Juli auf der Tagesordnung gehalten und als größter Transformationsplan in der Unternehmensgeschichte bezeichnet wird, sieht die Schließung einiger Werke, die Ausgliederung strategischer Abteilungen und die Entlassung von rund 50.000 Mitarbeitern vor.

Während das deutsche Unternehmen aufgrund hoher Arbeitskosten, unter ihrer Kapazität arbeitender Werke und der sich verschärfenden chinesischen Konkurrenz nach Einsparungen in Milliardenhöhe sucht, lehnen die deutschen Arbeitnehmergewerkschaften die Pläne zur Werksschließung vehement ab.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens wird am Freitag zusammentreffen, um über drei verschiedene Umstrukturierungsvorschläge abzustimmen, die derzeit auf dem Tisch liegen. Sollte bei der Abstimmung keine Einigung erzielt werden, wird erwartet, dass die Krise eskaliert und das Unternehmen eine außerordentliche Hauptversammlung einberuft.

Vor dem kritischen Treffen warnt die IG Metall, dass die Produktion zum Erliegen kommen könnte, auch wenn noch kein offizieller Streikbeschluss verkündet wurde.

Berichten der deutschen Presse zufolge blieben intensive Kompromissversuche zwischen den Parteien am 1. September ergebnislos.

Vor dem entscheidenden Treffen am Freitag, das die Zukunft des Unternehmens bestimmen wird, liegen drei verschiedene Vorschläge der Parteien vor.

Die Managementseite setzt auf ein Paket mit harten Maßnahmen zur Kostensenkung. Dieser Plan sieht die schrittweise vollständige Schließung von vier Werken in Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover zwischen 2031 und 2034 vor. Neben der Entscheidung zur Werksschließung steht auch die Entlassung von Zehntausenden Mitarbeitern weltweit im Mittelpunkt des Managementplans.

Die Arbeitnehmergewerkschaften und Arbeitnehmervertreter lehnen radikale Kürzungen entschieden ab. Der von den Mitarbeitern vorgelegte Alternativvorschlag zielt darauf ab, das bestehende Beschäftigungsvolumen zu erhalten und keine Produktionsstätten zu schließen. Die Vertreter fordern, dass Einsparungen nicht durch Werksschließungen, sondern durch die Umstrukturierung operativer Prozesse erzielt werden.

Die Landesregierung Niedersachsen, die in diesem Prozess eine Schlüsselrolle spielt, hat eine Zwischenlösung zur Krisenbewältigung vorgelegt. Die Landesregierung, die einen strategischen Anteil von 20 Prozent an Volkswagen hält und aufgrund des Sonderstatus des Unternehmens das Recht hat, Entscheidungen zu blockieren, befürwortet einen Kompromissplan, der die Beschäftigungsbilanz berücksichtigt und darauf abzielt, die Parteien an einem gemeinsamen Punkt zusammenzuführen.

Bei dem besagten Treffen am Freitag wird sich zeigen, welches dieser drei Szenarien angenommen wird oder ob eine neue Krise ausgelöst wird.

"Wir werden nicht tatenlos zusehen"

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Chefunterhändler bei Volkswagen, erklärte zu dem Thema: "Wenn der Vorstand diesen Konflikt will, wird er ihn bekommen. Wir wollen aber ausdrücklich keinen Konflikt."

Gröger betonte, dass die Gewerkschaft keine Maßnahmen akzeptieren werde, die kurzfristig Entlastung schaffen, aber letztendlich zur vollständigen Schließung von Werken führen. Er sagte: "Die IG Metall wird nicht tatenlos zusehen, wie die industrielle Basis und damit die Zukunft der Produktionsstätten aufs Spiel gesetzt werden."

Gröger wies darauf hin, dass durchgesickerte Informationen aus dem Unternehmen und Medienberichte darauf hindeuten, dass sich der Vorstand auf umfassende strukturelle Änderungen vorbereitet. Er erklärte, es sei falsch anzunehmen, dass solche Entscheidungen ohne die Zustimmung des VW-Aufsichtsrats getroffen werden könnten.

Gröger sagte: "Diese Situation ist der größte Beweis dafür, dass der Vorstand so schnell wie möglich zur Vernunft kommen muss", und forderte einen ernsthaften Dialog mit den Arbeitnehmervertretern, anstatt über die Medien neue Krisenszenarien zu produzieren.