Enver Şimşek, der in Deutschland von der rechtsextremen Terrororganisation NSU ermordet wurde, wird in Nürnberg mit einer Zeremonie zum 26. Jahrestag seines Todes gedacht. Das Gedenkprogramm, das vom Generalkonsulat Nürnberg durchgeführt wird, findet am Tatort in der Liegnitzer Straße statt, wo Şimşek am 9. September 2000 angegriffen wurde.
Enver Şimşek, das erste Opfer der NSU-Morde in Nürnberg, wird zum 26. Jahrestag seiner Ermordung gedacht. Das Gedenkprogramm findet am Mittwoch, den 9. September 2026, um 17.00 Uhr, auf dem Parkplatz am Enver-Şimşek-Platz / Liegnitzer Straße, 90475 Nürnberg, dem Ort des Geschehens, statt.
Bei der vom Generalkonsulat Nürnberg durchgeführten Zeremonie wird der Opfer der NSU-Terrororganisation gedacht und auf das Leid aufmerksam gemacht, das der rassistische Terror in der Gesellschaft hinterlassen hat.
Drei NSU-Opfer in Nürnberg
Enver Şimşek ging als das erste bekannte Mordopfer der NSU-Terrororganisation in Deutschland in die Geschichte ein. Nach Şimşek wurden auch Abdurrahim Özüdoğru und İsmail Yaşar in Nürnberg Opfer der NSU-Morde.
Der Schneider Abdurrahim Özüdoğru wurde am 13. Juni 2001 in Nürnberg ermordet, während İsmail Yaşar am 9. Juni 2005 getötet wurde.
Diese in Nürnberg verübten Morde entwickelten sich über Jahre hinweg für die Angehörigen der Opfer zu einem großen Schmerz und einem Kampf um Gerechtigkeit.
Seine Tochter Semiya Şimşek verarbeitete die Geschichte ihres Vaters in einem Buch
Enver Şimşeks Tochter Semiya Şimşek erzählte in ihrem Buch mit dem Titel „Acı Vatan“ (Bittere Heimat) von den Ereignissen nach der Ermordung ihres Vaters und dem schwierigen Prozess, dem ihre Familie ausgesetzt war.
Semiya Şimşek machte in ihrem Buch auf das Leid ihrer Familie aufmerksam und erklärte, dass das wahre Ausmaß des Traumas und des Verlustes, das sie jahrelang erlitten hatten, nicht ausreichend verstanden wurde.
Die Erlebnisse der Familie Şimşek wurden auch zu einem wichtigen Beispiel für die Schwierigkeiten, mit denen die Angehörigen der Opfer der NSU-Morde konfrontiert waren.
Er kämpfte zwei Tage lang im Krankenhaus um sein Leben
Enver Şimşek wurde am 9. September 2000 in Nürnberg in seinem Blumenverkaufsfahrzeug von den NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen.
Şimşek, der bei dem aus nächster Nähe verübten bewaffneten Angriff schwer verletzt wurde, wurde ins Krankenhaus gebracht. Enver Şimşek, der zwei Tage lang um sein Leben kämpfte, verstarb am 11. September 2000.
Die Ermordung Şimşeks war der Beginn der später aufgedeckten NSU-Mordserie.
Sein Traum war es, Polizist zu werden
Enver Şimşek, geboren 1961 im Bezirk Şarkikaraağaç in Isparta, verbrachte seine Kindheit im Dorf Salur. Şimşek, der naturverbunden aufwuchs, arbeitete in seinen jungen Jahren als Hirte.
Einer von Şimşeks größten Träumen, der seinen Kindern gerne von seinen Tagen im Dorf und in den Bergen erzählte, war es, Polizist zu werden. Da er diesen Traum nicht verwirklichen konnte, wanderte Şimşek im Alter von 24 Jahren nach Deutschland aus.
Şimşek, der im November 1985 nach Deutschland kam, gründete hier seine Familie und begann, im Blumenhandel zu arbeiten.
Der Tag des Mordes: 9. September 2000
Am Morgen des 9. September 2000, gegen 09.00 Uhr, kam Enver Şimşek in die Liegnitzer Straße in Nürnberg, um Blumen zu verkaufen.
Şimşek, der sich normalerweise um den Einkauf und die Lieferung von Blumen an Stände und Geschäfte kümmerte, hatte an diesem Tag die Aufgabe seines freien Mitarbeiters übernommen.
Şimşek parkte sein Fahrzeug, stellte die Blumensträuße daneben und setzte sich dann in sein Auto. In diesem Moment wurde er von den NSU-Terroristen bewaffnet angegriffen.
Şimşek, der bei dem Angriff mit zwei verschiedenen Pistolen schwer verletzt wurde, wurde ins Krankenhaus gebracht. Trotz aller ärztlichen Bemühungen verstarb er jedoch zwei Tage später.
„Es darf nicht vergessen werden und nicht in Vergessenheit geraten“
Die Gedenkfeier, die zum 26. Jahrestag von Enver Şimşeks Tod stattfinden wird, wird nicht nur an die Opfer der NSU-Morde erinnern, sondern auch auf die Zerstörung aufmerksam machen, die der rechtsextreme Terror in Deutschland angerichtet hat.
Für die in Nürnberg lebende türkische Gemeinschaft ist die Bewahrung von Enver Şimşeks Andenken von großer Bedeutung, damit die NSU-Morde und ihre Opfer nicht vergessen werden.
Gedenkprogramm:
Datum: 9. September 2026, Mittwoch
Uhrzeit: 17.00
Ort: Enver-Şimşek-Platz / Liegnitzer Straße, Parkbucht, 90475 Nürnberg
Veranstalter: Generalkonsulat Nürnberg
Taner TÜZÜN / NÜRNBERG
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