Der Die Linke-Abgeordnete Ferat Koçak sowie die Berliner Abgeordnetenhaus-Kandidatinnen Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir besuchten im Rahmen der Kampagne zur Forderung nach Strafverfolgung der in Deutschland lebenden Angeklagten des Sivas-Madımak-Massakers das BAT-Cemevi. Bei dem Treffen wurden der rechtliche Prozess, die Unterschriftenkampagne und das Thema Rassismus gegen Aleviten behandelt.
Die in Berlin tätige Alevitische Gemeinde Berlin (BAT)-Cemevi empfing im Rahmen der fortgesetzten Bemühungen zur Strafverfolgung der in Deutschland lebenden Angeklagten des Sivas-Madımak-Massakers eine Delegation der Partei Die Linke.
An dem Besuch nahmen der Die Linke-Abgeordnete Ferat Koçak sowie die Neuköllner Abgeordnetenhaus-Kandidatinnen Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir teil. Die Delegation wurde zudem von Barensel Ağca und Selin Özdemir von der TİP Deutschland-Organisation begleitet.
Die Delegation wurde vom Zweiten Vorsitzenden des BAT-Cemevi, Kadir Şahin, der Generalsekretärin Deniz Yıldırım Caliman und der Vertreterin des Frauenrats, Devrim Turan Özdemir, empfangen.
Rechtlicher Prozess für die Angeklagten des Sivas-Massakers behandelt
Hauptthema des Treffens war der rechtliche Prozess bezüglich der in Deutschland lebenden Angeklagten des Massakers, das sich am 2. Juli 1993 im Sivas Madımak Hotel ereignete.
Kadir Şahin informierte die Delegation der Partei Die Linke über die laufenden Bemühungen zur Strafverfolgung der in Deutschland lebenden Angeklagten. Şahin erklärte, dass der Prozess überparteilich und ohne Rücksicht auf politische Parteizugehörigkeit geführt werden soll, und berichtete, dass Anstrengungen unternommen werden, das Thema in den Parlamenten auf die Tagesordnung zu setzen.
Şahin wies zudem auf die laufende Unterschriftenkampagne und die Untersuchungen zu den rechtlichen Dimensionen des Themas hin. Şahin äußerte die Ansicht, dass das Sivas-Massaker als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden sollte, und erklärte, dass der Prozess zur Strafverfolgung der Angeklagten sorgfältig und auf rechtlicher Grundlage geführt werde.
Die Initiativen zur Strafverfolgung der Angeklagten des Sivas-Massakers in Deutschland sind nicht neu. Bereits 2019 wurden bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeigen gegen einige in Deutschland lebende Angeklagte erstattet und Ermittlungen beantragt.

Ferat Koçak: „Wir verfolgen den Prozess genau“
Der Die Linke-Abgeordnete Ferat Koçak erklärte, dass sie den Prozess bezüglich der Angeklagten des Sivas-Massakers genau verfolgen und die parlamentarischen Arbeiten unterstützen.
Koçak erklärte, dass die Arbeiten zu diesem Thema auch nach den Wahlen fortgesetzt werden.
Die Neuköllner Abgeordnetenhaus-Kandidatinnen Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir wiesen ihrerseits auf die Bedeutung der Arbeit der Alevitischen Gemeinde in Berlin hin. Die beiden Kandidatinnen erklärten, dass sie im Falle ihrer Wahl das Thema der Angeklagten des Sivas-Massakers auf die Tagesordnung des Berliner Abgeordnetenhauses setzen und den Prozess weiterverfolgen werden.
Rassismus gegen Aleviten ebenfalls auf der Tagesordnung
Bei dem Treffen wurde neben dem Sivas-Massaker auch das Thema Rassismus gegen Aleviten (Anti-Alevitischer Rassismus) behandelt.
Die Generalsekretärin des BAT-Cemevi, Deniz Yıldırım Caliman, erklärte, dass sie in den letzten Jahren zahlreiche Beschwerden bezüglich Rassismus gegen Aleviten erhalten hätten und wünschten, dass das Thema im Berliner Abgeordnetenhaus umfassender behandelt werde.
Ferhat Koçak erklärte ebenfalls, dass er zu Forschungs- und Informationsarbeiten zu diesem Thema beitragen könne, und sagte, dass bei einem nach den Wahlen stattfindenden Treffen zum Thema Rassismus auch die Frage des anti-alevitischen Rassismus auf die Tagesordnung gesetzt werden könne.
Die Arbeit des BAT-Cemevi vorgestellt
Nach dem Treffen informierte Kadir Şahin die Delegation der Partei Die Linke über die Geschichte, den Gründungsprozess und die laufenden Arbeiten des BAT-Cemevi. Der Delegation wurden auch die Gebets- und Arbeitsbereiche des Cemevi vorgestellt.
Die Parteien tauschten sich über die Durchführung von gemeinsamen Projekten und neuen Arbeiten in der kommenden Zeit aus. Es wurde berichtet, dass der Besuch mit der Einschätzung endete, die gegenseitigen Kontakte fortzusetzen.
Am Ende des Treffens übermittelten Kadir Şahin und Deniz Yıldırım Caliman Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir ihre besten Wünsche für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026.
Bezüglich der jüngsten rechtlichen Entwicklungen zum Sivas-Massaker in der Türkei hatte das Verfassungsgericht im Juli 2026 entschieden, dass die prozedurale Dimension des Rechts auf Leben verletzt wurde.






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