Das in Berlin für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen entwickelte Resonare – Reise in die Erinnerung mit Musik Projekt offenbart die heilende und verbindende Kraft der Musik. Menschen mit leichter und mittelschwerer Demenz sowie ihre Familien treffen sich jeden Mittwoch in Berlin und erleben gemeinsam ein Musikerlebnis mit deutschen und türkischen Liedern.
Die in der Komischen Oper Berlin durchgeführten Aktivitäten hatten diese Woche ihre letzte Veranstaltung, da die Institution in die Saisonpause geht. Die Gruppe wird sich ab September 2026 wieder treffen und ihre musikalischen Aktivitäten fortsetzen.
In Zusammenarbeit von Charité und Komischer Oper realisiert
Das Resonare-Projekt wurde in Zusammenarbeit zwischen der Gedächtnissprechstunde der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die sich mit der Stärkung des Gedächtnisses befasst, und der Komischen Oper Berlin entwickelt.
Das als Pilotprojekt gestartete Vorhaben wird von der Manfred Strohscheer Stiftung unterstützt.
Resonare wird als musikbasiertes soziales und therapeutisches Unterstützungsprogramm für Demenzkranke und ihre Angehörigen durchgeführt. Das Projekt zielt nicht darauf ab, Demenz zu heilen; stattdessen soll es durch Musik die sozialen Bindungen der Einzelnen stärken, ihre Kommunikation fördern und ihre Lebensqualität verbessern.
Ein besonderes soziales Projekt unter wissenschaftlicher Begleitung
Die Gedächtnissprechstunde der Charité unterstützt das Projekt nicht nur, sondern führt auch den wissenschaftlichen Evaluierungsprozess durch. Im Rahmen der Forschung wird untersucht, ob Musik das Gedächtnis aktiviert, wie sie zur Lebensqualität beiträgt und welche Auswirkungen sie auf die soziale Interaktion hat.
Zu den Hauptzielen des Projekts gehören:
- Vergangene Erinnerungen durch Musik wiederbeleben
- Die Lebensfreude steigern
- Die Belastung für Demenzkranke und ihre pflegenden Angehörigen reduzieren
- Soziale Isolation verhindern
- Die Kommunikation durch gemeinsame Erlebnisse stärken
Resonare, das als eines der erfolgreichen Beispiele für die Verbindung von Kunst und Medizin gilt, verdeutlicht erneut die emotionale und soziale Rolle der Musik im menschlichen Leben.

Die türkische Resonare-Gruppe stärkt kulturelle Bindungen
Einer der bemerkenswerten Aspekte des Projekts ist seine inklusive Struktur für verschiedene Kulturen. Neben drei deutschen Gruppen führt die speziell gegründete türkische Resonare-Gruppe Aktivitäten für Demenzkranke und ihre Angehörigen türkischer Herkunft durch.
Die musikalische Leitung der türkischen Gruppe übernehmen die Musiklehrerin, Chor- und Gesangspädagogin Yelda Özdemir und der Bağlama-Künstler und -Lehrer Ali Aşık.
Yelda Özdemir weist auf den Ansatz des Projekts hin, Musik in der Muttersprache zu verwenden, und betont Folgendes:
„Das Programm ist kostenlos. Diese Arbeit wird in der Überzeugung durchgeführt, dass Lieder in der Muttersprache das Langzeitgedächtnis und emotionale Erinnerungen stärker anregen können.“
Die Teilnehmer singen nicht nur; sie besuchen gemeinsam Opernaufführungen, nehmen an speziellen, demenzgerechten Konzerten teil und werden ermutigt, sich aktiv am kulturellen Leben zu beteiligen.

Musik schafft einen gemeinsamen Treffpunkt für Patienten und ihre Angehörigen
Das Resonare-Projekt zielt darauf ab, nicht nur Menschen mit Demenz zu unterstützen, sondern auch ihre Angehörigen, die sich um sie kümmern. Das Programm zielt darauf ab, qualitativ hochwertige Zeit mit Familienmitgliedern zu verbringen und starke soziale Bindungen aufzubauen.
Das Projektteam weist darauf hin, dass gemeinsames Musizieren die menschliche Seele bewegt und Musik starke Bindungen zwischen Menschen schafft.
Dank der Aktivitäten mit türkischen Liedern erleben die Teilnehmer gemeinsam die positiven Auswirkungen der Musik auf das Gedächtnis, ihre emotionale Kraft und ihre ausgleichende Eigenschaft.
Gemeinschaftskonzert der türkischen und deutschen Gruppen
Im Rahmen von Resonare gab die türkische Gruppe letzte Woche ein besonderes Konzert zusammen mit der deutschen Gruppe. Bei der gemeinsamen Veranstaltung im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche in Kladow in Berlin Kladow sangen die Teilnehmer gemeinsam Lieder.
Die Chorleiterin Yelda Özdemir erklärte, dass sie Musik als ein wichtiges Instrument betrachtet, das die soziale Teilhabe stärkt, Brücken zwischen Kulturen baut und die Lebensqualität fördert.
Der Bağlama-Lehrer Ali Aşık erklärte seinerseits, dass er die traditionellen und kulturellen Reichtümer der türkischen Volksmusik mit modernen Interpretationen verbindet und dass Musik eine wichtige Brücke zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zum Aufbau starker Bindungen zwischen Menschen sei.
Einladung zu den Resonare-Aktivitäten
Die Resonare-Projektgruppe setzt ihre Aktivitäten jeden Mittwoch um 16:30 Uhr in der Komischen Oper (Schillertheater), Schillerstraße 9, 10625 Berlin fort.
Demenzkranke, ihre Angehörigen und alle, die Teil einer unterstützenden Gemeinschaft durch Musik sein möchten, sind herzlich zum Projekt eingeladen.
Kontakt und Anmeldung
Kontakt:
Anouk Kopps
Telefon: (0)30 20 260 278
E-Mail: [email protected]
Işıl Berat Beydağ Paker/Berlin














Kommentare
0 KommentareNoch keine Kommentare zu diesem Artikel. Seien Sie der Erste!