Hohe Sommertemperaturen beeinflussen die Reisegewohnheiten in der Schweiz zunehmend. Laut einer repräsentativen Studie, die Marketagent im Auftrag von DERTOUR Suisse durchgeführt hat, haben 27 Prozent der Befragten ihre Ferienpläne aufgrund der steigenden Sommertemperaturen bereits geändert. Weitere 29 Prozent erwägen, in Zukunft Änderungen vorzunehmen. 69 Prozent der Befragten finden es attraktiv, den Sommerurlaub in kühleren Destinationen zu verbringen.
Dieser Trend spiegelt sich auch in den Buchungszahlen wider. Rund 14 Prozent der Sommerbuchungen 2026 bei DERTOUR Suisse entfallen bereits auf Destinationen mit moderateren Sommertemperaturen. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 1.000 Personen aus verschiedenen Sprachregionen und Altersgruppen der Schweiz befragt.
Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt wichtig
Trotz steigender Temperaturen sind die Wetterbedingungen nicht der einzige ausschlaggebende Faktor bei der Wahl des Reiseziels. 47 Prozent der Befragten nennen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als eines der drei wichtigsten Kriterien bei der Wahl ihres Sommerurlaubs. Attraktive Landschaften und Natur folgen mit 32 Prozent, während Ruhe und Erholung sowie Strand- und Bademöglichkeiten jeweils 31 Prozent erreichen.
Angenehme Temperaturen gehören für 21 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Damit bleiben klassische Urlaubserwartungen maßgeblich, während Klimabedingungen im Entscheidungsprozess zunehmend an Gewicht gewinnen.
Jüngere reagieren stärker auf Hitze
Es zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Rund 65 Prozent der Generation Z haben ihre Ferienpläne aufgrund hoher Sommertemperaturen geändert oder erwägen dies für die Zukunft. Bei der Generation Y liegt dieser Anteil bei 64 Prozent.
Bei der Generation X sinkt der Anteil auf 47 Prozent und bei den Baby Boomern auf 44 Prozent. 37 Prozent aller Befragten geben an, keine Änderungen ihrer Ferienpläne aufgrund steigender Temperaturen in Betracht zu ziehen.
Die Lösung ist nicht nur die Reise in kühlere Destinationen
Die Anpassung an heiße Sommer bedeutet nicht zwangsläufig, nach Skandinavien oder in andere nördliche Regionen zu reisen. 38 Prozent derjenigen, die ihre Pläne geändert haben oder dies erwägen, bevorzugen es, außerhalb der heißen Sommermonate mehr zu reisen.
31 Prozent der Befragten wählen bewusst Reiseziele mit kühlerem Klima, während 28 Prozent ihre Aktivitäten oder den Tagesablauf am Urlaubsort so gestalten, dass sie die heißesten Stunden des Tages meiden. Unterkünfte mit Klimaanlage oder anderen Kühlmöglichkeiten gewinnen ebenfalls an Bedeutung.
Nachfrage nach Coolcation in fünf Jahren um 21 Prozent gestiegen
Das wachsende Interesse an Urlauben in kühlen Destinationen, sogenannten „Coolcations“, zeigt sich auch in den Buchungen. Laut DERTOUR Suisse Daten ist die Nachfrage nach kühleren Reisezielen wie Finnland, Schweden, Norwegen, Schottland, Island und Kanada in den letzten fünf Jahren um rund 21 Prozent gestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Nachfrage in den deutschsprachigen Schweizer Regionen um rund 12 Prozent, während der Anstieg in den französischsprachigen Regionen bei etwa 3 Prozent lag. 76 Prozent der Befragten aus der Region Zürich finden kühle Sommerdestinationen attraktiv, in Graubünden erreicht dieser Wert 85 Prozent.
Bruno Bisig, Geschäftsführer von Kontiki Reisen, sagt: „Ein Urlaub im Norden vereint vieles, was Reisende in den Sommermonaten zunehmend suchen: angenehme Temperaturen, beeindruckende Natur und lange Tage. Genau diese Kombination macht den Norden für viele Gäste besonders attraktiv.“
Mittelmeer und kühle Destinationen ergänzen sich
Der Coolcation-Trend ersetzt nicht den klassischen Badeurlaub. Strand- und Bademöglichkeiten, Erholung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bleiben zentrale Kriterien bei der Urlaubswahl.
Vielmehr erweitern sich die Optionen des Sommertourismus. Neben den traditionellen Mittelmeerzielen gewinnen nördliche und hochgelegene Regionen sowie Reisen außerhalb der heißesten Sommermonate an Bedeutung. Steigende Temperaturen verändern somit nicht die Nachfrage nach Sommerurlaub, sondern vielmehr dessen Zeitpunkt, Destination und Art der Durchführung. Bild: © KI-generiertes Bild















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